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Landtag: Helene Hammelrath im Gespräch mit der übernächsten Generation

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Es war einer dieser ganz besonderen Momente, die man weder planen noch vorhersehen kann, als Helene Hammelrath nach 10 Jahren Amtszeit gestern ihre letzte Schülergruppe als Abgeordnete im Landtag empfing. Da war auf der einen Seite die scheidende Abgeordnete, die viel erlebt und erreicht hat und kein Blatt mehr vor den Mund nehmen muss über Dinge, die gut waren und Dinge, die vielleicht besser gelaufen wären. Auf der anderen Seite war dort eine Gruppe Jugendlicher, die –  hungrig auf die Welt – wissen wollte, wie das Leben hinter der politischen Kulisse spielt. 

Als sich die beiden 8. Klassen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums aus Bergisch Gladbach, in Begleitung Ihrer Lehrer, am 31. Mai auf den Weg nach Düsseldorf machten, um dort ihre Abgeordnete an ihrem letzten Arbeitstag zu besuchen, brachten sie viele Fragen mit: Haben Sie schon mal Angela Merkel getroffen? Wie sind Sie Politikerin geworden? Mit welchen Erinnerungen blicken sie auf ihre Zeit als Abgeordnete zurück? Haben Sie im Landtag Peinlichkeiten erlebt? Wie ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Abgeordnete?

Darauf antwortete Frau Hammelrath gerne. Sie erzählte, dass sie die Kanzlerin traf, als sie Delegierte der Bundesversammlung war, um den Bundespräsidenten zu wählen. Aber nicht nur die Teilnahme an der Bundesversammlung gehört zu den guten Erinnerungen. Auch auf all das, was man gemeinsam mit anderen positiv gestalten konnte, blickt Frau Hammelrath gerne zurück.

Abgeordnete war sie im Übrigen nicht schon immer, sondern hat Ihre berufliche Laufbahn damals nach der Höheren Handelsschule mit einer Lehre zur Bankkauffrau begonnen. Dann folgte eine Ausbildung  als Bundesbankbetriebswirtin, später ein zweiter Abschluss als Bankbetriebswirtin. Sie findet es wichtig, dass Abgeordnete eine solide berufliche Grundlage haben, damit sie auch in der Politik eine gewisse Unabhängigkeit beibehalten können. Auch das ehrenamtliche politische Engagement gehört seit ihrem frühen Erwachsenenleben zu ihr. Mit 29 Jahren wurde sie zum ersten Mal in den Stadtrat von Bergisch Gladbach gewählt, nach einigen Jahren wurde sie ehrenamtliche Stellvertretende Bürgermeisterin und schließlich folgte dann 2000 erstmals eine Kandidatur für den Landtag.

 

Auch die Fragen nach den Peinlichkeiten und nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie wollte Frau Hammelrath nicht unbeantwortet lassen. Peinlich findet sie, wenn Abgeordnete ihre Pflicht nicht wahrnehmen und sich nur für die oberen Zehntausend einsetzen anstatt für die allgemeine Bevölkerung da zu sein, die sie gewählt hat. Obwohl es als Abgeordnete – aber auch in anderen Berufen – nicht immer einfach ist, berufliche und familiäre Aufgaben miteinander zu verbinden, findet es Frau Hammelrath schade, dass der prozentuale Frauenanteil an Abgeordneten in der neuen Wahlperiode wieder gesunken ist. Deshalb hat sie auch ganz besonders die jungen Schülerinnen ermutigt, sich für ihre eigenen und für öffentliche Angelegenheiten einzusetzen.

Satt an Antworten, aber auch ausgestattet mit einer kleinen Süßigkeit, verließen die Achtklässler den Landtag wieder. „Für mich war es ein wunderbarer Abschluss an meinem letzten Tag als Abgeordnete  noch einmal so vielen jungen Schülerinnen und Schülern aus meiner Heimatstadt Politik ein Stück näher zu bringen.“